Nico Berger - Speed on Ice
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Kaum zurück in Kanada – und schon zwei Weltcup-Limiten

22/9/2026

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Nun bin ich bereits wieder seit zwei Wochen in Kanada. Dieses Mal war die Ankunft  einfacher: Ich kam nicht in ein leeres Studio, sondern in mein fertig eingerichtetes kleines Zuhause zurück. Geschirr, Bettwäsche und alles, was man sonst noch so braucht, waren bereits da – ich konnte also direkt ankommen, ohne zuerst wieder einen halben Haushalt einkaufen zu müssen.
Ein bisschen Heimweh ist schon auch immer noch dabei. Aber inzwischen habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich weiss, dass es dazugehört, und gleichzeitig weiss ich auch, dass ich mich hier wohlfühlen und meinen Alltag gut meistern kann.
Sehr geholfen hat mir, dass ich von meinen Trainingskollegen wieder so herzlich begrüsst wurde. Es war schön, alle wiederzusehen – und natürlich freute ich mich auch darauf, endlich wieder auf dem Eis zu stehen.

​Ein Wettkampf, der noch gar keiner war

Viel Zeit zur Eingewöhnung blieb allerdings nicht. Ich kam am Montag in Calgary an und bereits am darauffolgenden Samstag standen die Time Trials auf dem Programm.
Ein wenig gewundert hatte ich mich schon, dass wir bis und mit Freitag noch ziemlich intensiv trainierten. Auch beim Warm-up am Samstag fuhren wir so viele Runden, dass meine Beine danach bereits leicht den Eindruck machten, der Wettkampf sei eigentlich vorbei.
Erst anschliessend in der Garderobe ging mir ein Licht auf: Die Time Trials sind gar keine offiziellen Wettkämpfe. Würde man dabei eine Limite laufen, würde diese nicht zählen. Sie sind vielmehr ein Trainingswettkampf unter realistischen Bedingungen – und eine ideale Gelegenheit, den gesamten Ablauf zu üben.
Für mich war das sehr wertvoll, denn bei meiner Wettkampfvorbereitung bin ich ziemlich genau. Oder etwas ehrlicher ausgedrückt: Ich bin sehr genau 😊. Alles hat seinen festen Ablauf und jedes Ausrüstungsteil seinen bestimmten Platz. Wie das am Abend vor einem Wettkampf aussieht, zeige ich euch gerne auf einem Bild. Man könnte meinen, ich würde nicht nur ein Rennen bestreiten, sondern gleichzeitig noch eine Materialkontrolle bestehen müssen.
Bild
Jetzt zählten die Zeiten wirklich
Am 18./19. und 20. September wurde es dann ernst: Der erste offizielle Wettkampf der Saison stand an. Dieses Mal wurde auch das Training davor etwas anders gestaltet.
Am Freitag lief ich die 500m und die 1000m. Über 500 m kam ich bis auf sechs Hundertstelsekunden an meine persönliche Bestzeit heran. Damit bin ich sehr zufrieden, denn zu Beginn der Saison haben wir noch nicht viel Schnelligkeitstraining gemacht.
Danach folgten die 1000m. Vor dem Start war ich sehr angespannt und aufgeregt – gleichzeitig freute ich mich aber auch richtig auf das Rennen. Ich wusste, dass ich im Sommer gut trainiert hatte, und wollte nun sehen, was möglich war.
Mein Ziel lautete 1:12,00 Minuten. Genau diese Zeit entspricht der ISU-Limite für den Weltcup der Aktiven.
Ich lief 1:11,80 Minuten!

Eine Überraschung über 1500 Meter
Am Samstag konnte ich mich ganz auf die 1500m konzentrieren. Nach dem tollen ersten Wettkampftag war ich bereits etwas entspannter.
Dass es auch auf dieser Distanz für die Weltcup-Limite reichen könnte, hielt ich für eher schwierig. Meine persönliche Bestzeit aus dem vergangenen Jahr lag bei 1:51,93 Minuten. Die geforderte Limite betrug 1:50,50 Minuten. Ich hätte mich also auf einen Schlag um fast eineinhalb Sekunden verbessern müssen.
Im Ziel stand dann tatsächlich eine Zeit von 1:49,96 Minuten auf der Anzeigetafel.
Mein Trainer und ich waren beide überrascht und freuten uns natürlich riesig – nachdem wir vermutlich beide nochmals kurz kontrolliert hatten, ob wir die Zahl auch wirklich richtig gelesen hatten.

Ein letztes Rennen mit müden Beinen
Am Sonntag folgte nochmals ein Rennen über 1000m. Dieses Mal lief ich 1:12,44 Minuten. Die Zeit war nicht mehr so schnell wie am Freitag, trotzdem bin ich damit zufrieden.
Nach drei Rennen waren sowohl mein Körper als auch mein Kopf bereits ziemlich müde. Dadurch schlichen sich einige kleine Fehler ein. Ausserdem hatte ich ein technisches Problem mit einem Schlittschuh. Es lag also nicht nur am Motor – auch das Material hatte einen kleinen Durchhänger.

Zwei Limiten – aber noch kein Weltcup-Ticket
Mit den Zeiten über 1000m und 1500m habe ich nun zwei ISU-Limiten für den Weltcup der Aktiven erfüllt. Das bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass ich dort auch starten darf.
Ob es tatsächlich zu einem Einsatz kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie viele Quotenplätze erhält die Schweiz? Welche Zeiten laufen die anderen Schweizer Athleten? Und welche eigene, strengere Selektionskriterien legt Swiss Ice Skateing noch fest?
Das Ganze ist also beinahe komplizierter als meine Wettkampfvorbereitung – und das will etwas heissen.
Was ich nach diesem Wochenende aber mit Sicherheit weiss: Ich bin auf dem richtigen Weg. Die schnellen Zeiten zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison geben mir viel Selbstvertrauen und zeigen mir, dass sich die intensive Arbeit im Sommer gelohnt hat.
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Neue Schlittschuhe und der nächste Trainingsblock
Nun freue ich mich auf den nächsten Trainingsblock. Dabei wartet noch eine zusätzliche Aufgabe auf mich: Diese Woche sind endlich meine neuen, individuell an meine Füsse angepassten Schlittschuhe angekommen.
Jetzt heisst es also, sie sorgfältig einzufahren und mich an das neue Material zu gewöhnen. Hoffentlich werden wir schnell Freunde – schliesslich werden wir in den nächsten Monaten ziemlich viel Zeit miteinander verbringen.
Ende Oktober stehen in Calgary die nächsten Wettkämpfe auf dem Programm. Bis dahin möchte ich die neuen Schlittschuhe einfahren, weiter an meiner Technik arbeiten und möglichst viele der kleinen Fehler beseitigen, die am Ende über entscheidende Hundertstelsekunden bestimmen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mich auf meinem Weg begleiten und unterstützen. Ohne euch wären diese Trainingsmöglichkeiten und mein sportlicher Weg in dieser Form nicht möglich.
Ihr werdet wieder von mir hören!
Nico
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    „Die Zeit läuft, doch hier bleibt sie stehen.“

    Auf dieser Seite finden sich alle Wettkampf- und Zeitungsberichte, die meine Reise im Eisschnelllauf dokumentieren. Hier kann man meine Erlebnisse nachverfolgen, vergangene Rennen noch einmal erleben und die Höhen und Tiefen meiner sportlichen Laufbahn nachlesen.

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