Nico Berger - Speed on Ice
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11 Wochen Spitzensport-RS: Handstand, Nationalhymne und ganz viel Vorfreude auf Kanada

28/6/2026

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Unglaublich, aber wahr: Die ersten elf Wochen der Spitzensport-RS sind schon fast vorbei. Einerseits fühlt es sich an, als wäre ich gerade erst angekommen, andererseits ist in dieser Zeit so viel passiert, dass es locker für mehrere Kapitel reichen würde.

Zwischen Militäralltag, Training und neuen Erfahrungen
Die ersten sieben Wochen standen im Zeichen der militärischen Grundausbildung, kombiniert mit unserem Training. Der Tag begann immer gleich: Antreten, Nationalhymne singen – und das nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Französisch. Vor der RS hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich den französischen Text irgendwann auswendig kann. Aber siehe da: Wieder etwas fürs Leben gelernt. Man weiss ja nie, wann man damit glänzen kann.
Neben der Grundausbildung besuchten wir viele spannende Kurse. Von Medienschulung über Ernährungslehre bis hin zu Sportpsychologie war alles dabei. Ich habe es sehr geschätzt, einmal Themen vertiefen zu können, die im Sportalltag oft zu kurz kommen, aber genauso wichtig sind wie das eigentliche Training – auch wenn sie manchmal weniger Schweiss, dafür etwas mehr Kopfarbeit verlangen.

Individuelles Training mit Blick nach Kanada
Seit vier Wochen dürfen wir vollständig nach unseren individuellen Trainingsplänen arbeiten. Für mich bedeutet das: Training nach den Vorgaben meines Trainers Phil aus Kanada. Wir stehen regelmässig in Kontakt, tauschen Feedback aus und passen die Einheiten laufend an. Es motiviert mich sehr, dass diese Zusammenarbeit so gut funktioniert – auch wenn zwischen uns ein ganzer Ozean liegt und einige Zeitzonen zwischen uns liegen.

Magglingen: ein Sportler-Paradies mit Sauna-Upgrade
Die Bedingungen hier sind wirklich top. Vor allem die Trainingsinfrastruktur lässt kaum Wünsche offen: Kraftraum, Leichtathletikanlage und Turnhallen – wir finden alles, was wir für unser Training brauchen. Dazu kommt eine starke Regenerationsinfrastruktur mit Physiotherapie, Massagen, Sprudelbad und Kältebad. Auch kulinarisch werden wir verwöhnt. Ich kann also definitiv nicht behaupten, dass ich hier Hunger leiden müsste.
Das Schönste an der Spitzensport-RS sind aber die Menschen. Es ist unglaublich spannend und inspirierend, Sportlerinnen und Sportler aus ganz unterschiedlichen Disziplinen kennenzulernen und zu sehen, wie sie trainieren und mit wie viel Leidenschaft sie ihren Weg verfolgen. Einige Einheiten konnten wir sogar gemeinsam absolvieren: Mit den Biathleten war ich auf dem Velo unterwegs, mit den Kunstturnern im Kraftraum. Das Resultat: Ich kann mittlerweile einen Handstand 😊. Noch nicht ganz zirkusreif – aber immerhin so, dass ich nicht sofort wieder auf dem Rücken lande. Kleine Erfolge zählen schliesslich auch.
Die Einzigen, die in den letzten Tagen etwas gelitten haben, waren wohl unsere Nächte. Wir schlafen in einem Container-Provisorium, das sich bei den sommerlichen Temperaturen eher wie eine Sauna mit Schlafsack-Option angefühlt hat. Andererseits: Wer hatte in den letzten Tagen schon ein angenehm kühles Schlafzimmer? Genau. Wir nennen es einfach zusätzliche mentale Abhärtung.

Schule neben RS und Training: nicht immer leicht, aber geschafft
Neben Training und RS lief auch die Schule weiter. Den Unterrichtsstoff habe ich mir hier in Magglingen selbstständig erarbeitet und nachgeholt. Für die Prüfungen ging es jeweils nach Bern – selbstverständlich im Militärtenü. Zwischen all den anderen Schülerinnen und Schülern war das ein etwas spezieller Auftritt. Modisch vielleicht nicht ganz vorne dabei, aber immerhin sehr eindeutig.
Die zusätzliche mentale Belastung neben dem Sport war nicht zu unterschätzen. Umso mehr habe ich die drei Erholungstage in der vergangenen Woche genossen. Inzwischen sind die Prüfungen geschafft – und glücklicherweise gut gelaufen.
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Der Countdown nach Kanada läuft
Noch eine Woche Magglingen, dann geht es wieder nach Kanada. Darauf freue ich mich sehr. Fünf Wochen lang kann ich dort täglich mit meiner Trainingsgruppe arbeiten – auf dem Eis, im Kraftraum, beim Off-Ice-Training und auf dem Velo.
Organisatorisch ist schon vieles vorbereitet. Ich habe meine Wohnung bereits von der Schweiz aus gemietet. Dank der Unterstützung meiner Freunde vor Ort wurde sie für mich besichtigt; sie holen die Schlüssel ab und haben sogar schon einige bestellte Einrichtungsgegenstände zwischengelagert. Das bedeutet: Wenn ich ankomme, wartet keine leere Wohnung auf mich, das ist ein unglaublich gutes Gefühl – und definitiv entspannter, als nach dem Flug zuerst noch auf Matratzenjagd gehen zu müssen.
Nach den fünf Wochen in Kanada geht es noch einmal für eine letzte Woche zurück nach Magglingen, um die Spitzensport-RS abzuschliessen.
Und danach? Dann beginnt das Kanada-Abenteuer so richtig. Ich freue mich riesig auf alles, was kommt – die Trainings und die neuen Erfahrungen.
Ein grosses Dankeschön an alle, die mich auf diesem Weg begleiten und unterstützen. Ohne euch wären viele dieser Erfahrungen nicht möglich. Es bedeutet mir sehr viel zu wissen, dass so viele Menschen hinter mir stehen – in der Schweiz und in Kanada.
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Zwischen Militär und Leistungssport
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    „Die Zeit läuft, doch hier bleibt sie stehen.“

    Auf dieser Seite finden sich alle Wettkampf- und Zeitungsberichte, die meine Reise im Eisschnelllauf dokumentieren. Hier kann man meine Erlebnisse nachverfolgen, vergangene Rennen noch einmal erleben und die Höhen und Tiefen meiner sportlichen Laufbahn nachlesen.

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